Tierschauen
Hier finden Sie die Ergebnissliste der Tierschau der VZG-Miesbach: Ergebnissliste
Die Tierschau der Viehzuchtgenossenschaft Miesbach am 19. April 2026!
Wie im Wochenblatt berichtet:
Stolze Jubiläumsschau: Wiege der Fleckviehzucht feiert den 130. Geburtstag
In Miesbach wird die Zuchtbegeisterung von Generationen zu Generation weitergegeben. Die Tierschau zum VZG-Jubiläum in der Oberlandhalle zeigt das deutlich.
Wenn die Wiege der Fleckviehzucht in Bayern Geburtstag feiert, ist das wahrlich ein ganz besonderer Anlass. Die Viehzuchtgenossenschaft Miesbach mit ihren inzwischen knapp 240 angeschlossenen Betrieben und rund 9.600 Milchkühen gilt als das Kerngebiet der Fleckviehzucht. Von hier aus machte sich der Pionier Max Obermayer mit nur 16 Jahren auf ins Schweizer Simmental, um dort die ersten Schecken zum Einkreuzen auf die weniger leistungsstarken, bis dato im Oberland beheimateten braunen Rinder zu beschaffen.
Mit einem entbehrungsreichen, mehrwöchigen Viehtrieb zu Fuß begann so eine Erfolgsgeschichte, die bis heute ihresgleichen sucht. „Ich sehe darin auch heute noch einen ganz konkreten Auftrag an uns Züchter, nämlich die hohe Qualität unseres Fleckviehs weiter zu entwickeln und voranzutreiben“, brachte es der VZG-Vorsitzende Josef Manhart auf den Punkt.
Ilse Aigner lobt: Fachwissen, Leidenschaft und bäuerliche Kultur
Landtagspräsidentin und Schirmherrin der VZG-Jubiläumsschau Ilse Aigner lobte das unermüdliche Engagement der Züchterfamilie und bestätigte aus ihrer politischen Karriere: „Fleckvieh ist heute wirklich weltbekannt und steht für beste bayerische Zuchtqualität.“ Um qualifizierten Nachwuchs müsse man sich in Miesbach zum Glück keine Sorgen machen. Gerade die vielen hervorragend vorbereiteten Jungzüchter und die Bambinis die mit so viel Freude schon die erste Tierschauluft schnuppern dürfen, seien der beste Beweis dafür. Dabei stehen Fachwissen, Leidenschaft, Tiergesundheit, Verantwortung, Identität und bäuerliche Kultur damals vor 130 Jahren genauso wie heute im Mittelpunkt der tagtäglichen Arbeit, erst recht bei so einem Anlass.
Mit rund 90 Spitzentieren aus den Ställen der VZG gelang es von der hoffnungsvollen, typstarken Erstlingskuh bis hin zur verdienten Dauerleistungskuh einen Fleckviehwettbewerb in 12 Abteilungen auf die Beine stellen, der beeindruckte. Die ehrenvolle Aufgabe dieses hochkarätige und bodenständige Schaulaufen zu richten und kommentieren wurde dem Zillertaler Hannes Neuner aus Schwendau zuteil. Unterstützt wurde er von Ringman Andreas Heim aus Buch, ebenfalls aus Tirol. Und mit besonders großer Spannung wurden natürlich die vier Championentscheide sowie der Züchtercup mit insgesamt 12 Sammlungen aus den Zuchtstätten erwartet.
Kirchberghof stellt gleich zwei Championkühe
Bei den Jungkühen setzte Neuner die Mercedes-Tochter Gloria von Franz Leitner aus Schliersee an die Spitze. „Jungkühe müssen auf einem solch feinen Fundament laufen, damit wir lange Freude an ihnen haben“, merkte er bei der ersten Championwahl an diesem Tag an. Hinzu komme eine optimale Euteranlage mit bestechender Drüsigkeit und die Jungendlichkeit in der Ausstrahlung. „Alles in allem eine Spitzenvertreterin der Rasse Fleckvieh, die viel Freude auf die Zukunft macht“. Die Schärpe des Reservechampion durfte sich die Highpower-Tochter Busserl vom Betrieb Manhart aus Schliersee umhängen. Ihre Straffe Fessel, die perfekten Übergänge und das hervorragend sitzende Euter brachten den Preisrichter ebenfalls zum Schwärmen.
Dass es mit der „langen und perfekten“ Wodonga-Tochter Hera Pp für den Kirchbergerhof in Schliersee-Fischhausen gleich für einen doppelten Paukenschlag an diesem Tag reichte, löste nicht nur bei Züchter Franz Leitner Jubelfreuden aus, als Preisrichter Neuner der Drittkalbskuh den Siegerklaps zur Champion der mittleren Kuhklassen verpasste. Auf dem Platz des Reservechampion mittel landete die Klassensiegerin der Zweitkalbskühe, nämlich die elegant und feine Amazone Pp von Josef Heiß aus Fischbachau. Auch dieser starke Schaubeschicker lies mit tollen Tieren aufhorchen und sollte nochmals im Schauring triumphieren.
Starke Dauerleistungskühe verdienen höchsten Respekt
Schon beim Betreten des Rings von Edelstein-Tochter Mira führte für den Fleckviehexperten aus dem Zillertal kein Weg an der harmonischen Viertkalbskuh „mit der perfekten Oberlinie und bestechender Textur im Euterkörper“ vorbei. Besitzer Gottfried Priller aus Fischbachau konnte sie auf der 50 Jahre Rinderzucht-Süd-Schau 2025 in Weilheim vom Züchter Franz Eder aus Kirchanschöring erwerben. Mira ging schließlich als Champion der alten Kühe vor Mimi von Florian Leitner aus Warngau, einer typvollen Maidan-Tochter.
Bei den Dauerleistungskühen konnten die präsentierten Fleckviehdamen – einige sogar mit Horn – schon aufgrund ihrer erbrachten Verdienste und ihrer Rüstigkeit im Ring gefallen, was Neuner die Entscheidung nicht unbedingt leichter machte. „Höchsten Respekt haben sie alle verdient“ betonte er. Seine Wahl zum Champion viel letztendlich auf die Walfried-Tochter Aida wiederum aus der Zucht von Josef Heiß, Fischbachau. Als Reservechampion der Dauerleistungskühe könnte die Echt-Tochter Gerti von Hans Schoner stolz den Schauring verlassen.
Starke Betriebssammlungen und engagierter Züchternachwuchs
Zum Finale bzw. zunächst zu den drei Vorentscheidungen zogen dann die jeweils dreiköpfigen Züchtersammlungen ein – insgesamt 12 an der Zahl. „Es ist schon eine besondere Ehre einen solchen Züchtercup auf so hohem Niveau zu richten. Dabei geht es beim Siegerentscheid nur noch um Nuancen“, kommentierte Hannes Neuner seine letzte Amtshandlung. Dabei setzten er und sein Ringman Andreas Heim den Fokus vor allem auf: „Harmonie in Becken, Fundament und Euterhöhe“. Die Wahl fiel schließlich auf die extrem einheitliche Sammlung vom Betrieb Manhart in Schliersee, die sich im Finale gegen die starken Gruppen der Betriebe Gschwendtner in Fischbachau und Dold in Valley durchsetzen konnte.
Zum gelungenen Abschluss des 130. VZG-Geburtstags in Miesbach würde dann noch der Auftritt der Jüngsten mit ihren Kälbern beim Bambini-Cup des Jungzüchterclubs bejubelt. Insgesamt fast 50 Mädchen und Jungen von sechs bis 13 Jahre konnten hier ihr Können im Umgang mit ihren Kälbern unter Beweis stellen.
Den Original-Bericht finden Sie HIER









